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Bier, Wein und Spirituosen mit Alkohol-Warnhinweisen – EU macht ernst im Kampf gegen Krebs

16.02.2022

BRÜSSEL. Das Anti-Krebs-Programm – mit seinen diversen Änderungsanträgen – der EU ist verabschiedet. Damit lassen sich jährlich eine halbe Million Menschenleben in der EU retten, sofern dieses umfänglich eingesetzt und beachtet würde, so der langfristige Plan. Die Zahl der jährlichen Krebs-Erkrankungen steigt jedoch aktuell noch weiter an. Europaweit sterben jährlich weit über eine Million Menschen an Krebs. Dieses Anti-Krebs Massnahmen-Paket setzt diverse Impulse – Die Warnung vor Krebs auf alkoholischen Getränkeverpackungen ist keine mehr davon. Dank Lobbyarbeit.

Neben Dauer-Delirium dann auch Gefahrenhinweise zu Krebs und Risiken im Straßenverkehr, so war der Plan

Natürlich trieb das die Brauer und Winzer, sowie die Brennmeister auf die Barrikaden: Das Image von reinheitsgebotenem Bier, unverpanschtem Wein und edlen Schnäpsen als Kulturgüter mit Tradition könnte nachhaltig Schaden nehmen – ganz so wie die krebszersetzte Leber der Millionen Alkoholtoten weltweit, so argumentierten und mobilisierten deutsche Winzer Lobbyisten, Verbände und entsprechende Parlamentarier. Die Branche war in Aufruhr – es wurde befürchtet, dass dadurch weniger "Stoff" über die Theken in Europa, vor allem auch in Deutschland "gedealt" wird.

Eine Katastrophe mit langer Ansage und echtem Realitätsbezug, aber nicht mit Happyend für den Verbraucher- und Gesundheitsschutz

https://ec.europa.eu/health/system/files/2021-02/eu_cancer-plan_de_0.pdf

Hier ein Auszug hinsichtlich der Bewertung von Alkohol hinsichtlich Krebs und die Zielsetzungen:

"3.3. Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums

Alkoholbedingte Schäden sind ein großes Problem für das Gesundheitswesen in der EU. Mit einem Anteil von 29 % war Krebs 2016 die häufigste Ursache alkoholbedingter Todesfälle, gefolgt von Leberzirrhose (20 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (19 %) und Verletzungen (18 %).Die Kommission wird die Mitgliedstaaten und Interessenträger noch stärker bei der Einführung bewährter Verfahren und bei Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau für eine Reduzierung des schädlichen Alkoholkonsums gemäß den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung unterstützen. Dazu gehört auch das Ziel, bis 2025 eine relative Senkung des schädlichen Alkoholkonsum um mindestens 10 % zu erreichen. Darüber hinaus wird die Kommission die EU-Rechtsvorschriften für die Alkoholbesteuerung und für den grenzüberschreitenden Kauf von Alkohol durch Privatpersonen überarbeiten und sicherstellen, dass sie weiterhin dazu geeignet sind, das Ziel, öffentliche Einnahmen zu generieren, mit dem Ziel des Gesundheitsschutzes zu vereinbaren. Die Kommission will erreichen, dass junge Menschen weniger stark dem Alkohol-Marketing ausgesetzt sind, und wird daher genau beobachten, wie sich die Umsetzung der in der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste enthaltenen Bestimmungen betreffend die kommerzielle Kommunikation über alkoholische Getränke, auch auf Online-Videoplattformen, auswirkt. Dies umfasst auch eine Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, der Gruppe europäischer Regulierungsstellen für audiovisuelle Mediendienste (ERGA) und den Interessenträgern, um Initiativen für eine Selbst- oder Koregulierung zu fördern. Darüber hinaus wird die Kommission ihre Absatzförderungsmaßnahmen für alkoholische Getränke überprüfen und zudem vor Ende 2023 eine verpflichtende Angabe der Liste von Inhaltsstoffen und der Nährwertdeklaration auf Etiketten alkoholischer Getränke und vor Ende 2023 von gesundheitsbezogenen Warnhinweisen auf Etiketten vorschlagen. Die Mitgliedstaaten werden auch Unterstützung bei der Umsetzung faktenbasierter Kurzinterventionenzum Thema Alkohol in der medizinischen Grundversorgung, am Arbeitsplatz und bei den Sozialdiensten erhalten.

Angst hatten vor allem die Winzer davor, dass die immensen staatlichen und europäischen Förderprogramme dann ebenso auf den Prüfstand gestellt werden könnten. Klar, wie soll die EU-Kommission auch Fördern und explizit vor Krebs auf Etiketten – womöglich sogar mit Schockbildern – Warnen unter einen Hut bekommen. Dabei geht es nicht um Peanuts, sondern um Zig-Millionen von denen deutsche Neben- und Vollerwerbswinzer jährlich profitieren. Zu Unrecht wie viele Wettbewerbshüter und EU-Parlamentarier finden.

Doch beim Wein und Bier hört die Freundschaft bekanntermaßen auf

Nicht umsonst unterliegt diese Gilde nicht dem normalen Lebensmittelrecht, sondern ist im deutschen Weinrecht mit seinen diversen Aunahmeregeln verankert. Peter Liese, CDU-Europa-Abgeordnete und Mediziner – der sich schon bei der Neuregelung der Acrylamid-Richtwerte einen Namen gemacht hat – ist einer der Antreiber und Befürworter der Anti-Krebs Initiative.

Acrylamid, Der Krebs Steckt In Brot und geröstetem Malz / Gerste, Eine Spurensuche! maltCert Institut

Die Warnungen auf allen Flaschen und Dosen mit Alkohol sind nur einer von mehr als hundert Änderungsanträgen, die nun deutlich abgeschwächt verabschiedet wurden. Die Kommission muss nun Gesetzentwürfe verfassen die entsprechende Regelungen dann anpassen.

Schockbilder – wie auf Zigarettenschachteln – wird es jedoch nicht geben, genauso wenig wie ein glockenklarer KREBS-Hinweis

„Nicht trinken und Autofahren“, „Kein Alkohol in der Schwangerschaft“, Alkohol kann Krebs verursachen" neben den Angaben von Nährwerten werden sich also auf den Gebinde-einheiten in der Zukunft NUN DOCH NICHT wiederfinden.

Die nunmehr durchgebrachten Änderungen in aller Kürze:

Das "Es gibt keine sicheres Maß", also das "No Safe Level" der WHO, die in Studien bewiesener Maße korrekt der Ansicht ist dass es Alkoholkonsum, auch geringste Mengen, das Krebsrisiko fördern, wird nicht aus dem Bericht gestrichen, jedoch in einer Prosa-orientierten Schwurbelfassung als "das sicherste Maß beim Alkoholkonsum ist Null" oder so ähnlich überführt, sodass der Konsument – ob bereits alkoholisiert oder nicht – die Botschaft nur noch vernebelt wahrnimmt. Chapeau and die PR-Abteilungen und Lobbyisten und natürlich an die Parlamentarier die solche Anträge eingebracht haben.

Einige Punkte bleiben: Minderjährige und andere vulnerable Gruppen sollen vor der Verharmlosung des Alkoholkonsums geschützt werden, etwa durch das Verbot von Produkt-Placement entsprechender Marken. Auch das Sponsoring "alkoholischer Marken" bei Sportveranstaltungen, soll verboten werden, wenn diese an Minderjährige als Zielgruppe adressiert sind.

Das ist das Mindeste – echte Krebsvorsorge wie beispielsweise in Neuseeland beim Tabakverbot wird es in Europa weiterhin leider nicht geben.

Warum verbietet der ja aktuell so besorgte Gesetzgeber nicht den Tabakkonsum komplett – zumindest für zukünftige Generation? Wo wäre das Problem ab dem Geburtsjahrgang 2000 keine Tabakwaren mehr zu veräussern?

Solariumgebrauch, Nikotin, rotes Fleisch und Alkohol: Das Anti-Cancer-Paket wäre sehr weit gegangen

Bekanntermaßen ist der hiesige Gesetzgeber seit rund zwei Jahren sehr einfalls- und erfolgreich hinsichtlich Reglementierung und Verboten zur Gesundheitsvorsorge. Es ist bedauerlich, dass weiterhin in Deutschland jährlich mehr als einhunderttausend Menschen an Lungenkrebs – durch Tabakkonsum – sterben werden. Höchste Zeit dass etwas geschieht.

Die nicht mehr zu stoppende Klimaveränderung mit all seinen Auswirkungen, Gesundheitsrisiken durch Zucker, tierische Produkte, Alkohol- und Tabakkonsum, die Überalterung in den Sozialsystemen, das Sozialgefüge und fehlende Chancengleichheit, die Bildungsmisere und Vieles mehr – Gut, wenn an einzelnen Stellschrauben aktiv gedreht wird.

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